Die Gastronomie gehört zu den größten Teilbereichen des deutschen Gastgewerbes. Restaurants, Cafés, Imbissbetriebe, Bars, Kneipen und weitere gastronomische Unternehmen erwirtschaften jedes Jahr Umsätze in Milliardenhöhe. Gleichzeitig steht die Branche 2026 weiterhin unter erheblichem Kostendruck. Steigende Personal-, Lebensmittel- und Energiekosten treffen auf eine zurückhaltende Nachfrage und veränderte Konsumgewohnheiten.
Die aktuellen Zahlen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) und des Statistischen Bundesamtes zeigen deshalb ein differenziertes Bild: Die nominalen Umsätze können teilweise steigen, während die preisbereinigte Entwicklung rückläufig bleibt.
Gastronomie in Deutschland: Marktgröße 2024
Nach den aktuell beim DEHOGA ausgewiesenen Daten gab es 2024 insgesamt 153.545 Unternehmen im Gaststättengewerbe. Dazu zählen unter anderem Restaurants, Cafés, Eissalons, Imbissstuben, Kneipen und Bars.
Der Umsatz des Gaststättengewerbes lag 2024 bei rund 64,3 Milliarden Euro netto. Damit entfiel mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes des deutschen Gastgewerbes auf den gastronomischen Bereich.
Zum Vergleich: Das gesamte Gastgewerbe einschließlich Beherbergung und Catering erzielte 2024 rund 118 Milliarden Euro Nettoumsatz.
DEHOGA: Zahlen & Fakten zum Gastgewerbe
Marktgröße der Gastronomie 2024 im Überblick
| Kennzahl | Wert 2024 |
|---|---|
| Unternehmen im Gaststättengewerbe | 153.545 |
| Umsatz Gaststättengewerbe | 64,3 Mrd. € |
| Unternehmen im gesamten Gastgewerbe | 206.105 |
| Umsatz gesamtes Gastgewerbe | 118,0 Mrd. € |
| Anteil Gaststättengewerbe am Gastgewerbe-Umsatz | ca. 54,5 % |
Quelle: DEHOGA/Statistisches Bundesamt, Umsatzsteuerstatistik 2024.
Entwicklung der Gastronomie-Umsätze im Jahresvergleich
Für den Jahresvergleich muss zwischen der Umsatzsteuerstatistik und der laufenden Konjunkturstatistik unterschieden werden. Die Umsatzsteuerstatistik liefert absolute Umsätze und Unternehmenszahlen, während die monatliche Konjunkturstatistik vor allem die laufende Umsatzentwicklung abbildet.
Für 2025 meldete das Statistische Bundesamt für die Gastronomie einen nominalen Umsatzanstieg von 1,8 Prozent gegenüber 2024. Preisbereinigt ging der Umsatz dagegen um 2,2 Prozent zurück.
Das bedeutet: Die Betriebe nahmen zwar mehr Euro ein, konnten damit aber aufgrund gestiegener Preise und Kosten real weniger wirtschaftliche Leistung beziehungsweise Nachfrage verzeichnen.
| Jahr | Entwicklung Gastronomie nominal | Entwicklung Gastronomie real |
|---|---|---|
| 2022 | deutlich über Vorjahr | unter Vorkrisenniveau |
| 2023 | positiv | weiterhin unter 2019 |
| 2024 | positiv | rückläufig |
| 2025 | +1,8 % | −2,2 % |
| 2026 | laufende Entwicklung | weiterhin unter Druck |
Die Zahlen zeigen ein wichtiges Muster der vergangenen Jahre: Ein nominales Umsatzplus bedeutet nicht automatisch, dass Restaurants und andere gastronomische Betriebe wirtschaftlich besser dastehen.
Statistisches Bundesamt: Gastgewerbeumsatz 2025
Gastronomie-Umsatz 2026: Aktuelle Entwicklung
Auch 2026 bleibt die Situation anspruchsvoll. Nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes für Juli 2026 stieg der Umsatz der Gastronomie gegenüber Juni kalender- und saisonbereinigt real um 1,6 Prozent und nominal um 1,7 Prozent.
Im Vergleich zum Juli 2025 zeigt sich allerdings ein anderes Bild: Nominal stieg der Gastronomieumsatz um 3,1 Prozent, real sank er dagegen um 4,7 Prozent.
Damit wird die Diskrepanz zwischen nominalem und realem Umsatz besonders deutlich. Die Unternehmen erzielen zwar höhere Umsätze in Euro, die tatsächliche preisbereinigte Geschäftsentwicklung bleibt jedoch schwach.
Destatis: Gastgewerbeumsatz Juli 2026
Wie viele Gastronomiebetriebe gibt es in Deutschland?
Das Gaststättengewerbe umfasst eine sehr große Zahl unterschiedlicher Betriebsformen. 2024 waren laut DEHOGA unter anderem rund 67.946 Restaurants, 11.614 Cafés, 5.063 Eissalons, 36.312 Imbissstuben und 21.822 Schankwirtschaften beziehungsweise Kneipen als umsatzsteuerpflichtige Unternehmen erfasst.
Hinzu kommen Bars, Discotheken, Tanzlokale und weitere getränkegeprägte Gastronomiebetriebe.
Besonders interessant ist die Entwicklung gegenüber 2019: Damals gab es insgesamt 164.789 Unternehmen im Gaststättengewerbe. 2024 waren es noch 153.545. Die Zahl liegt damit rund 6,8 Prozent unter dem Niveau von 2019.
DEHOGA: Anzahl der Unternehmen im Gastgewerbe
Warum steigen die Umsätze, während die reale Entwicklung sinkt?
Ein wesentlicher Faktor ist die Inflation. Restaurants und andere Gastronomiebetriebe mussten ihre Preise in den vergangenen Jahren deutlich anheben, um gestiegene Kosten für Lebensmittel, Energie, Personal, Mieten und weitere Dienstleistungen auszugleichen.
Ein nominales Umsatzplus von beispielsweise 3 Prozent bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass ein Restaurant 3 Prozent mehr Speisen und Getränke verkauft hat. Sind die Preise gleichzeitig deutlich gestiegen, kann die tatsächliche Absatzmenge sogar zurückgehen.
Genau diese Entwicklung ist in der Gastronomie seit mehreren Jahren zu beobachten.
Der DEHOGA weist deshalb regelmäßig auf die schwierige wirtschaftliche Situation vieler Betriebe hin. Neben den allgemeinen Kostensteigerungen spielen auch die Mehrwertsteuer auf Speisen, Personalkosten und Veränderungen beim Konsumverhalten eine wichtige Rolle.
DEHOGA-Zahlenspiegel: Laufende Entwicklung der Branche
Für die Beobachtung der aktuellen Entwicklung veröffentlicht der DEHOGA regelmäßig seinen Zahlenspiegel. Dieser basiert auf der monatlichen Konjunkturerhebung des Statistischen Bundesamtes und enthält unter anderem Daten zu Umsatz und Beschäftigung.
Für 2026 sind deshalb insbesondere die Quartalsausgaben des DEHOGA-Zahlenspiegels interessant. Sie ermöglichen einen zeitnaheren Blick auf die Branche als die jährliche Umsatzsteuerstatistik.
DEHOGA-Zahlenspiegel 2026 und Vorjahre
Gastronomie 2026: Markt bleibt groß, aber Margen stehen unter Druck
Die deutsche Gastronomie bleibt trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ein bedeutender Wirtschaftsbereich. Allein das Gaststättengewerbe erwirtschaftete 2024 einen Nettoumsatz von 64,3 Milliarden Euro. Mehr als 150.000 Unternehmen waren in diesem Bereich tätig.
Die Umsatzentwicklung 2025 und 2026 zeigt allerdings, dass die Marktgröße nicht mit der wirtschaftlichen Gesundheit jedes einzelnen Betriebes gleichzusetzen ist. Während die nominalen Umsätze steigen können, sinken die realen Umsätze.
Für Gastronomen wird deshalb weniger die Frage entscheidend sein, ob der Gesamtmarkt weiterhin Milliardenumsätze erzielt. Wichtiger sind die Entwicklung der Personalkosten, Einkaufspreise, Energiepreise, Mieten und die Zahlungsbereitschaft der Gäste.
Fazit: Gastronomie-Umsatz Deutschland 2026
Die Gastronomie in Deutschland bleibt ein Milliardenmarkt. Für 2024 weist der DEHOGA auf Basis der Umsatzsteuerstatistik einen Nettoumsatz von 64,3 Milliarden Euro im Gaststättengewerbe aus. Gleichzeitig gab es rund 153.500 Unternehmen in diesem Bereich.
2025 stieg der Gastronomieumsatz nominal um 1,8 Prozent, real ging er jedoch um 2,2 Prozent zurück. Auch 2026 setzt sich dieses Spannungsfeld fort. Im Juli 2026 lag der nominale Umsatz der Gastronomie 3,1 Prozent über dem Vorjahresmonat, während der reale Umsatz um 4,7 Prozent niedriger ausfiel.
Die wichtigsten Kennzahlen für 2026 lassen sich daher so zusammenfassen:
- 64,3 Mrd. Euro: Nettoumsatz des Gaststättengewerbes 2024
- 153.545: umsatzsteuerpflichtige Unternehmen im Gaststättengewerbe 2024
- +1,8 %: nominale Umsatzentwicklung der Gastronomie 2025
- −2,2 %: reale Umsatzentwicklung der Gastronomie 2025
- +3,1 %: nominale Umsatzentwicklung im Juli 2026 gegenüber Juli 2025
- −4,7 %: reale Umsatzentwicklung im Juli 2026 gegenüber Juli 2025
Damit bleibt die Gastronomie auch 2026 ein großer und umsatzstarker Markt, befindet sich wirtschaftlich jedoch weiterhin in einer angespannten Phase. Die Entwicklung der kommenden Quartale wird insbesondere zeigen, ob sich die reale Nachfrage stabilisieren kann oder ob steigende Preise weiterhin einen großen Teil des nominalen Umsatzwachstums auffressen.
Die absoluten 64,3 Mrd. Euro stammen aus der Umsatzsteuerstatistik 2024; die Prozentwerte für 2025/2026 stammen aus der laufenden Gastgewerbe-Konjunkturstatistik. Diese beiden Statistikarten sollte man bei einem Jahresvergleich nicht unmittelbar miteinander verrechnen.
